So schützt Lockspeare deine Fotos
Lockspeare verschlüsselt jedes Foto und Video auf deinem Handy. Diese Seite erklärt genau, wie, einschließlich dessen, wovor es nicht schützen kann, damit du es selbst beurteilen kannst.
Die Kurzfassung
- Jedes Foto und Video wird auf deinem Handy mit AES-256-GCM verschlüsselt, bevor es gespeichert wird.
- Der Schlüssel, der deinen Tresor öffnet, ist doppelt geschützt: durch deine PIN oder dein Muster und durch einen hardwaregestützten Schlüssel im Android Keystore, der dein Handy nie verlässt.
- Eine Kopie des Speichers deines Handys enthält nur verschlüsselte Daten. Ohne die Sicherheitshardware deines Handys kann niemand PINs oder Muster daran ausprobieren.
- Deine Wiederherstellungsphrase aus 12 Wörtern ist der einzige Weg, einen Tresor auf einem anderen Handy oder aus einer Sicherung zu öffnen.
- Lockspeare hat keine Server und keine Konten. Wir erhalten nie deine Dateien, deine PIN, dein Muster oder deine Schlüssel.
Was verschlüsselt wird
Alles, was du in einen Tresor legst: Fotos, Videos, ihre Vorschaubilder, ihre ursprünglichen Dateinamen, Datumsangaben und Alben.
Jede Datei wird mit einem eigenen Schlüssel verschlüsselt, der vom Hauptschlüssel deines Tresors abgeleitet ist. Große Dateien werden in Abschnitten von 1 MB verschlüsselt, jeder mit eigener Integritätsprüfung. So lassen sich Videos abspielen, ohne die ganze Datei auf einmal zu entschlüsseln, und jede Änderung an einer verschlüsselten Datei wird erkannt. Dafür nutzen wir die Bibliothek Tink von Google, statt eine eigene Verschlüsselung zu schreiben.
Verschlüsselte Dateien liegen mit zufälligen Namen im privaten App-Speicher von Lockspeare. Die Dateien aller deiner Tresore liegen im selben Ordner, sodass der Ordner nicht verrät, zu welchem Tresor eine Datei gehört.
Wie deine PIN oder dein Muster einen Tresor öffnet
Beim Einrichten von Lockspeare wählst du, wie du entsperrst: mit einer PIN aus mindestens 6 Ziffern oder mit einem Muster auf einem 3×3-Raster wie auf deinem Sperrbildschirm. Alle Tresore auf dem Handy nutzen dieselbe Art von Sperre, daher verrät der Sperrbildschirm nichts.
Jeder Tresor hat einen zufälligen 256-Bit-Hauptschlüssel, der auf deinem Handy erzeugt wird. Dieser Schlüssel wird nie in lesbarer Form gespeichert, sondern in zwei verschlossenen Formen:
Verschlossen mit deiner PIN oder deinem Muster, auf diesem Handy. Deine PIN oder dein Muster wird mit Argon2id in einen Schlüssel umgewandelt, einem Algorithmus, der jeden Rateversuch langsam und speicherhungrig macht. Das Ergebnis wird dann noch einmal mit einem Schlüssel verschlüsselt, der im Android Keystore liegt, in der Sicherheitshardware deines Handys. Dieser zweite Schlüssel lässt sich nicht vom Handy kopieren.
Das ist wichtig, weil eine PIN oder ein Muster kurz ist. Für sich allein ließe sie sich von einem Computer, der mit einer Kopie deiner Dateien arbeitet, schnell erraten. Durch die Bindung an die Hardware deines Handys lassen sich Versuche nur auf deinem Handy machen, und jeder einzelne ist langsam.
Verschlossen mit deiner Wiederherstellungsphrase. Wenn du einen Tresor anlegst, zeigt dir Lockspeare 12 Wörter, zufällig ausgewählt aus einer Standardliste mit 2.048 Wörtern. Das ergibt etwa 128 Bit Zufall, weit mehr, als irgendjemand erraten kann. Die Phrase öffnet den Tresor, wenn du deine PIN oder dein Muster vergisst, auf ein neues Handy wechselst oder eine Sicherung wiederherstellst.
Bevor der Tresor fertig ist, bestätigst du einige der Wörter. Schreib sie auf und bewahre sie sicher auf. Wir haben keine Kopie.
Getrennte Tresore und der Täuschungstresor
Jede PIN und jedes Muster öffnet einen eigenen Tresor. Du kannst eine zweite PIN oder ein zweites Muster für einen Täuschungstresor mit harmlosen Fotos verwenden, falls dich jemand unter Druck setzt, die App zu entsperren.
Lockspeare hält auf dem Speicher immer gleich viele Tresorplätze vor, egal ob du einen oder mehrere Tresore nutzt. Unbenutzte Plätze sind mit Zufallsdaten gefüllt, die genauso aussehen wie ein echter, verschlüsselter Tresor. Die App führt keine Liste der Tresore. Weder der Bildschirm noch eine Kopie deiner Dateien zeigt also, wie viele Tresore du hast.
Eine Einschränkung: Damit beim Anlegen eines neuen Tresors kein bestehender überschrieben wird, merkt sich die App, welche Plätze belegt sind, verschlossen mit dem Hardwareschlüssel deines Handys. Wer volle Kontrolle über dein entsperrtes Handy hat, könnte diese Notiz lesen und erfahren, wie viele Tresore es gibt, aber nicht, was darin ist.
Sicherungen
Sicherungen sind optional. Es gibt zwei Arten.
Google Drive. Lockspeare speichert die Sicherung in einem versteckten App-Ordner in deinem eigenen Google Drive. Es lädt die Dateien genau so hoch, wie sie auf deinem Handy gespeichert sind: bereits verschlüsselt. Außerdem lädt es deinen Tresorschlüssel hoch, verschlossen mit deiner Wiederherstellungsphrase. Die mit deiner PIN oder deinem Muster verschlossene Kopie lädt es nie hoch, weil diese nur mit der Hardware deines Handys funktioniert.
Zum Wiederherstellen auf einem neuen Handy gibst du deine Wiederherstellungsphrase ein und wählst dann eine neue PIN oder ein neues Muster.
Lockspeare fragt nur nach Zugriff auf seinen eigenen versteckten Ordner in deinem Drive, nicht nach Zugriff auf deine anderen Dateien. Google kann sehen, wie viele Sicherungsdateien es gibt, wie groß sie ungefähr sind und wann sie hochgeladen wurden. Was darin ist, kann Google nicht sehen.
Sicherungsdatei. Du kannst einen Tresor auch als einzelne verschlüsselte Datei exportieren und überall speichern: in einem anderen Cloud-Dienst, auf einer Speicherkarte oder auf deinem Computer. Sie lässt sich nur mit deiner Wiederherstellungsphrase öffnen.
Die automatische Sicherung von Android ist für Lockspeare ausgeschaltet. Sie könnte die hardwaregebundenen Schlüssel nicht wiederherstellen und würde daher nur Daten kopieren, die niemand nutzen kann.
Während du die App nutzt
- Screenshots, Bildschirmaufnahmen und die Vorschau in den zuletzt verwendeten Apps sind gesperrt.
- Der Tresor sperrt sich, sobald du die App verlässt, außer du wählst eine kurze Verzögerung.
- Beim Sperren werden die Schlüssel und alle entschlüsselten Vorschauen aus dem Arbeitsspeicher und dem temporären Speicher der App gelöscht. Android-Apps laufen auf einem System, das intern Kopien des Arbeitsspeichers anlegen kann. Wir löschen alles, was wir kontrollieren, können aber nicht versprechen, dass keine Kopie im Arbeitsspeicher bleibt, bis er wiederverwendet wird.
- Fotos und Videos, die du mit der Kamera in Lockspeare aufnimmst, landen direkt im Tresor und erscheinen nie in deiner Galerie, sodass Cloud-Fotosicherungen sie nie sehen. Fotos werden direkt aus dem Arbeitsspeicher verschlüsselt. Der Videorekorder von Android braucht eine Datei, deshalb wird ein Video während der Aufnahme in den privaten Speicher von Lockspeare geschrieben, sofort nach dem Stoppen verschlüsselt, und die unverschlüsselte Datei wird gelöscht.
Fotos aus deiner Galerie übernehmen
Wenn du ein Foto aus deiner Galerie hinzufügst, verschlüsselt Lockspeare es zuerst, öffnet dann die verschlüsselte Kopie erneut und prüft, ob sie mit dem Original übereinstimmt. Erst dann bietet es an, das Original zu löschen, über den Bestätigungsdialog von Android selbst.
Zwei Orte liegen außerhalb der Reichweite von Lockspeare, und wir erinnern dich nach jedem Import an beide:
- Der Papierkorb deiner Galerie. Viele Galerie-Apps behalten gelöschte Fotos etwa 30 Tage lang. Leere ihn, um sie endgültig zu entfernen.
- Cloud-Fotosicherungen. Wenn ein Foto bereits von einem Cloud-Fotodienst gesichert wurde, bleibt diese Kopie dort, bis du sie löschst.
Was dein Handy verlässt
- Standardmäßig nichts. Lockspeare funktioniert komplett offline.
- Google Drive, nur wenn du die Sicherung einschaltest, und nur verschlüsselte Dateien.
- Google Play, um Käufe abzuwickeln.
- Absturzberichte, nur wenn du sie in den Einstellungen einschaltest. Sie enthalten technische Details wie das Handymodell und die Stelle, an der die App abgestürzt ist. Nie deine Dateien, Dateinamen, deine PIN oder dein Muster.
In der App gibt es keine Werbung, keine Werbe-IDs und keine Analyse-Bibliotheken.
Wovor Lockspeare nicht schützen kann
Ehrlich über Grenzen zu sein, gehört zur Sicherheit. Lockspeare schützt nicht vor:
- Jemandem, der dir beim Eingeben deiner PIN oder beim Zeichnen deines Musters zusieht. Schirme den Bildschirm ab.
- Einem kompromittierten Handy, während dein Tresor offen ist. Schadsoftware mit tiefem Zugriff auf dein Handy oder ein gehacktes Betriebssystem kann sehen, was auf deinem Bildschirm ist.
- Jemandem mit voller Kontrolle über dein entsperrtes Handy und unbegrenzt Zeit. Diese Person könnte PINs oder Muster direkt auf dem Handy ausprobieren. Argon2id macht jeden Versuch langsam, und eine längere PIN oder ein längeres Muster macht die Aufgabe viel schwerer, aber kurz bleibt kurz.
- Der Erkennung, dass Lockspeare installiert ist, wie viele verschlüsselte Daten es enthält und wie groß jede verschlüsselte Datei ungefähr ist.
- Dem Verlust von PIN bzw. Muster und Wiederherstellungsphrase. Dann kann niemand den Tresor öffnen, auch wir nicht.
Unabhängige Prüfung
Dieses Konzept wurde noch nicht unabhängig geprüft. Wir planen, es vor dem Start von Lockspeare prüfen zu lassen, und veröffentlichen das Ergebnis hier. Wenn du ein Problem findest, schreib an security@lockspeare.com.